Mindful Farm – Erfahrungen auf der Öko-Farm nahe Chiang Mai

Dies ist ein Gastbeitrag über die Mindful Farm in Nordthailand von Gabriel Ortet Boll. Seinen YouTube-Kanal findest du hier. Mehr über ihn erfährst du am Ende des Beitrags.


Grün, biologisch und tägliches Yoga sowie Meditation. Das klingt perfekt für mich!

Hallo und herzlich willkommen zu meinem Gastbeitrag.

Die Mindful Farm habe ich auf der Suche nach Bio-Farmen im Umfeld von Chiang Mai im Internet gefunden. Zuvor durfte ich bei einigen Kochschulen mit angrenzender Farm einiges erlernen, im Grunde wollte ich meine Hand in die Erde bringen und ganz anpacken. Außerdem war ich schon etwas müde, alle sehenswerten Dinge in der Stadt anzuschauen, und wollte einfach nur raus aus der Stadt. Selbst fühlte ich mich nicht als einfacher „Tourist“, sondern war/bin bereit, abseits der Touristenattraktionen authentische Kultur kennen zu lernen und neue Wege zu gehen.

Was ist die Mindful Farm?

Die Mindful Farm. ist eine biologisch ausgelegte Farm. Sie wurde von Pinam, einem ehemaligen Mönch, gegründet. Etwas nördlich von Chiang Mai auf halben Luftweg nach Pai liegt die Farm in einem abgelegenen Bergbauerngebiet. Die Farm existiert seit sechs Jahren und floriert mittlerweile mit vielen Anbauflächen und einer breiten Auswahl an Gemüse und Obst. Ganz spannend finde ich den Kontrast zwischen der Farm und den umliegenden Anbauflächen, die gänzlich mit chemischen Spritzmitteln behandelt werden. Diese Flächen bieten bei Weitem nicht die strahlenden Farben und die Vielzahl an Pflanzen wie auf der der ökologischen Farm.

Zurück zu Pinam: Nach 20 Jahren Leben in Einfachheit und Weisheit hat Pinam sich dazu entschieden, auf neuen Wegen auf dieser Welt etwas zu bewegen. Voll entschlossen und abseits von jeglichem Tourismustrubel gibt er seine Erkenntnisse Reisenden weiter. Er nutzt dazu ein Volunteeringsystem, um die Farm aufrechtzuerhalten und wachsen zu lassen, gleichzeitig ermöglicht er mit diesem Volunteeringsystem, günstige Kost und Logis für die Mitarbeitenden.

Was kannst Du erwarten?

Es macht keinen Unterschied, ob Du einfach nur nach einem “chill out” aus bist, oder wirklich seriöses Wissen über biologische Landwirtschaft sammeln willst. Hier findest Du beides, zu einem –wie ich finde – guten und fairen Preis. Es gibt keine tägliche Aufgabenliste und somit keinen Zwang, jeden Tag arbeiten zu müssen. Die Farm bietet genügend Plätze, um sein Wissen in Pflanzenkunde zu erweitern oder zu vertiefen. Für 200 Baht am Tag bist Du rundum versorgt mit Unterkunft und einem veganen Thai-Buffet zum Frühstück, Mittag und Abendessen. Erwähnenswert finde ich die Reinlichkeit und Hygiene der Anlage. Die Farm ist sauber und die Unterkünfte sowie Sanitäranlagen sind einwandfrei. Außerdem gibt es einige Shops in der Umgebung, manche nur 10 Minuten Gehweg entfernt. Dort kannst du alle wichtigen Dinge kaufen, falls Du etwas vergessen haben solltest oder Lust auf einem „ungesunden“ Snack bekommst.

Was gibt es zu tun?

Die täglichen Aktivitäten drehen sich überwiegend darum, auf der Farm mitzuarbeiten und seine Hände in den Acker zu bringen. Hier gibt es genug zu lernen, denn Pinam, der Mönch, ist in einer Bauernfamilie aufgewachsen und gibt seine lebenslangen Erfahrungen weiter. Unter anderem kann man den Vorgang des Kompostierens erlernen, neue Anbauflächen planen und ausheben, Grundkenntnisse im Häuserbau erfahren, kleine Handwerksarbeiten erledigen, das Fermentieren von Dünger und viele weitere Dinge lernen, die mit Landwirtschaft zu tun haben. Wenn Du eher gemütlich veranlagt bist, kannst Du einfach die Ruhe genießen, einen Sprung in den nahe gelegenen See wagen, meditieren oder Yoga machen.

Im Schnitt sind immer um die 20 Reisende vor Ort, was eine gute Möglichkeit bietet, sich über diverse Reiseerfahrungen auszutauschen und an Insidertipps zu gelangen – fernab von den Möglichkeiten, die Guides anbieten. Abseits des Farmlebens ist Pinam auch in guter Verbindung mit der umliegenden Bauern-Community. Er nimmt alle Volunteers zu traditionellen Ereignissen mit. Bei meinem Aufenthalt durfte ich Teil eines traditionellen Begräbnisses eines benachbarten Bauern sein. Hier treffen sich alle Bewohner der umliegenden Dörfer und Bekannte, um das ganze fast schon ein wenig zu “feiern”. Zusammen zu sein und Essen zu teilen, gehören auch zum Ritual. Wenn die Ernte ansteht, kann auch außerhalb der Farm mitgeholfen werden. Man kann hier originales thailändisches Bauernfeeling erfahren. Wie Du siehst, ist das ein Einblick in die Kultur Thailands, die man sonst kaum findet und nicht vordergründig erfährt.

Der Tagesablauf:

Aufgestanden wird prinzipiell, wenn die Sonne aufgeht. Das Farmleben orientiert sich stark nach dem Mond-Sonnen-Wechsel. Meistens sind Yogalehrer vor Ort und dann geht es um 7 Uhr los mit Yoga. Wer darauf keine Lust hat, kann sich noch etwas Zeit nehmen, um dann zum gemeinsamen Frühstück zu kommen. Nach dem Frühstück wird evtl. das Aufgabenboard erweitert oder erneuert, damit alle Bescheid wissen, wo es etwas anzupacken gibt. Danach kann jeder selbst wählen, ob er arbeiten möchte. Um die Mittagszeit (12 Uhr bis ca. 15 Uhr) ist es sehr heiß. Dann wird gemeinschaftlich Pause gemacht und es gibt köstliches Thai-Buffet. Im Anschluss an die heiße Mittagszeit (ca.15 Uhr) wird bis 17 Uhr gearbeitet und um ca. 19 Uhr gibt es dann Abendessen, welches wir zusammen zubereiten. Danach wird oft am Lagerfeuer zusammengesessen, musiziert und zum Schluss meditiert. Es gibt immer etwas zu erzählen und zu erfahren.

Wie kommst Du dorthin?

Entweder Du nimmst den Bus von Waroros Market in Chiang Mai, welcher jeden Tag ca. um 11:15  Uhr abfährt und in gut drei Stunden dort ankommt. Oder, wenn Du ein eigenes Fahrzeug besitzt, kannst Du den schönen Trip durch die Berge wagen, welcher ca. 1,5 Stunden dauert.

Den richtigen Bus im dichten Waroros Market zu finden, war etwas knifflig für mich. Erst durch vieles Herumfragen nach dem „yellow bus to Samoeng“ wurde mir der richtige Ort gezeigt, wo der Bus losfährt. Ich zeige Dir den Ort in der folgenden Google Map. Am besten gehst Du auf Nummer sicher und bist ca. 15 Minuten vor Abfahrt beim Waroros Market, um auch rechtzeitig die Bushaltestelle und damit den richtigen Bus zu finden.

Zur Ansicht in Google Maps

Für die letzten Schritte zur Reservierung und Anreisedetails findest du alles auf der Webpage von Mindful Farm.

Fazit

Wenn Du darauf aus bist, einmal etwas komplett Neues zu erleben, ist dieser Ort vielleicht genau richtig für Dich. Hier findest Du alles, was Du in den meist stark frequentierten Orten nicht finden wirst, und einiges mehr. Für jemanden wie mich, der an Yoga, Meditation, Nachhaltigkeit und biologischem Essen interessiert ist, ist dieser Ort genau richtig. Nach einigen Tagen kommt man von jeglichem Reisestress runter und kann sowohl Ruhe als auch Spaß finden. Es empfiehlt sich, mindestens fünf Tage zu bleiben, um die Vibes gut aufzunehmen und sich auch einige Fähigkeiten anzueignen. Wenn ich wieder nach Thailand komme, wird das auf jeden Fall ein Comeback für mich sein!

Außerdem empfiehlt es sich, den Kurzfilm von mir anzusehen, den ich während meines Aufenthaltes gedreht habe. Hier wirst Du noch mehr Eindrücke über das tägliche Leben vor Ort finden sowie ein kleines Interview mit Pinam.


Über den Autor:

Gabriel Ortet Boll, 20 Jahre jung, in Spanien geboren und in Österreich aufgewachsen. Sehr früh hat er Kochen als seine Leidenschaft entdeckt und kocht mittlerweile rein vegan. Für ihn steht aber nicht Veganismus im Mittelpunkt, sondern dass die Produkte frisch aus der Region kommen und biologischer Herkunft sind. In der Heimat macht er sich mit dieser Küche gerade selbstständig und ist nun in Thailand unterwegs, um sich neue Inspirationen in puncto Kulinarik zu holen.

Mehr über Chiang Mai in diesem Blog:

Mehr über Thailand findest du hier.

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