Backpacking in Malaysia, Teil 3: Perhentian Islands

Die Perhentian Islands liegen an der Ostküste von West-Malaysia. Sie bestehen aus einer größeren Insel (Pulau Besar) und einer etwas kleineren (Pulau Kecil). Es ist eines dieser Fleckchen, die noch sehr idyllisch und unberührt sind. Die Strände wirken wie gemalt. Nur wenn die Schnorcheltouren mit ihren Gästen gleichzeitig an einem Strand auftauchen und ihre beschwimmwesteten Passagiere ins Meer gießen, merkt man, dass man natürlich nicht der einzige Tourist ist. Während die Perhentian Islands vor einigen Jahren noch relativ unentdeckt waren, sprießen mittlerweile die Unterkünfte aus dem Boden. Ich hoffe, dass die lokalen Behörden (so wie überhaupt Malaysia insgesamt) verstehen, welchen Schatz sie noch haben, und dass sie ihn beschützen müss(t)en.

Es folgt Teil 3 meines Malaysia-Reiseberichts. Hier kannst du zu den anderen Teilen springen:


Pulau Besar und Pulau Kecil

Die größere Insel (Pulau Besar) der Perhentian Islands gilt als geeigneter für Ruhesuchende und Familien. Es ist wenig los, abgesehen von den Unterkünften, die sich am Strand entlang befinden. Auf Pulau Kecil hingegen befindet sich ein Fischerdorf, es finden Partys statt, es gibt einen Long Beach mit Strandbars etc., wie man es von mancher Insel in Thailand kennt. Zwischen den Inseln kann man sehr leicht hin- und herfahren, denn überall warten Männer darauf, dass man ihr Boot chartert und sich irgendwohin bringen lässt.

Bei der Ankunft im Hotel The Barat Perhentian Islands (58 Euro pro Nacht) auf Pulau Besar waren wir erstmal überrascht, dass wir auf einer Miniinsel vor dem Strand abgesetzt wurden (mit einem Schild „Drop me here“). Von dort aus holten uns die Bootsmänner des Hotels mit einem kleinen Boot ab. Nach einem Wilkommensgetränk führte man uns in unseren Bungalow in der ersten Reihe. Von dort aus hatten wir einen schönen Blick aufs Meer. WLAN gab es im Restaurant.

Die Küche des Barat Perhentian Islands ist okay, aber wir haben andernorts besser gegessen. Das Belinda´s Café war leider noch geschlossen, doch wir haben beispielsweise oft im benachbarten Blue Paradise Restaurant gegessen, das von einer thailändischen Familie betrieben wird. Wir haben dort irgendwann jede Mahlzeit eingenommen, denn so viele Alternativen gab es nicht. Da wir Anfang März auf Pulau Besar waren, war beispielsweise das Mama´s Chalet noch geschlossen, denn im März beginnt erst die Saison auf den Perhentian Islands.

Leider wurde während unseres Aufenthalts der Bootssteg gebaut, d. h. von 8:45 Uhr bis 19 Uhr geschliffen, gesägt, gebohrt und gehobelt. Zuerst ca. 7 Meter vor unserer Hütte, auf unsere Beschwerde hin verlegte man die Baustelle 30 Meter weg direkt ans Meer, doch der Baulärm war trotzdem sehr laut und störend. Das war schade, denn ansonsten wären wir mit unserer Unterkunft sehr zufrieden gewesen. Trotzdem versuchten wir uns auf das Positive zu konzentrieren. Es gab Liegen im Schatten einiger Bäume, man hört den ganzen Tag die Geräusche der Dschungelbewohner und die Strände der Insel sind postkartenverdächtig. Aufgrund der erst beginnenden Saison wirkte die ganze Insel fast ein bisschen verlassen, aber das war uns natürlich allemal lieber, als wenn sie überlaufen gewesen wäre.

Direkt am Barat kann man theoretisch baden, aber praktisch liegen dort einige Boote und der Strand ist nur sehr schmal bzw. bei Flut eigentlich komplett weg. Aber das macht nichts, denn der nahegelegene Strand des Perhentian Island Resorts ist nur ein paar Minuten entfernt. Er ist der zum Baden wohl schönste der Insel. Wer nicht aufs Geld achten muss/will, kann sich natürlich direkt dort niederlassen und an einem der schönsten Strände Malaysias wohnen. Man kann aber auch problemlos eine günstiger Unterkunft nehmen und ein paar Minuten zu diesem Strand laufen. Auch wenn es der hoteleigene Strand ist, werden Besucher von anderen Unterkünften geduldet.

Es gibt natürlich noch viele Alternativen bei den Unterkünften. Hier kannst du bei Booking.com eine Unterkunft auf den Perhentian Islands suchen.

Was tun auf den Perhentian Islands?

Es gibt Reisende, die sich auf den Perhentian Islands nach ein paar Tagen langweilen. Uns ging es nicht so, denn wir können auch mal ein paar Tage mit Lesen, Schlafen und Dösen verbringen. Naheliegend ist ein Spaziergang entlang der Küste. Man startet im Barat, läuft durch Mama´s Chalet durch, geht dann über einen kleinen Wanderweg zum Cozy Chalet und von dort immer weiter gen Süden bis zur Spitze (Teluk Keke). Dort befindet sich ein Schnorchelspot, den man gleich erkunden kann. Es gibt auch noch einen Wanderweg quer über die Insel zur Flora Bay, den wir allerdings nicht ausprobiert haben.

Neben The Barat befinden sich die The Reef Chalets. Dort kann man auch Spiele und Bücher ausleihen sowie Wäsche waschen. Im Mama´s kann man übrigens auch Wäsche waschen, soweit geöffnet.

Beschäftigen kann man sich aber auch mit Tauchen oder den vier verschiedenen Schnorcheltouren, die angeboten werden. Wir buchten eine davon (Tour A) am Bootshaus von The Barat, die folgende Stationen beinhaltete: Teluk Keke, Shark Point, Turtle Point, Turtle Beach. Wir sahen beim Schnorcheln recht gut erhaltene Korallen, u. a. Papageienfische, Riffhaie sowie – unser Highlight! – eine Meeresschildkröte und einen Rochen. Für gerade einmal 10 Euro pro Nase war das ein günstiger Trip. Der Captain war freundlich, motiviert und das Schnorchelequipment war auch in Ordnung.

Natürlich schwang beim Schnorcheln auch immer ein gewisser Weltschmerz mit. Viele Touristen haben einfach keinen Respekt, treten auf Korallen oder werfen ihren Müll überall hin. Ich habe mich auch gewundert, dass die im Reiseführer angekündigte Abgabe für den Marine Park nirgendwo kassiert wurde. War die schon im Zimmerpreis enthalten? Immerhin haben alle Boote ordentliche Motoren und keine ausrangierten LKW-Motoren wie bei den Longtails in Thailand. Trotzdem ist jetzt schon absehbar, dass den Perhentian Islands in zehn Jahren ein ähnliches Schicksal wie Phi Phi & Co. bevorstehen könnte.

Wahnsinnig viel Zeit hatte ich allerdings nicht mehr zum Nachdenken, denn am vorletzten Tag entschärfte es meinen Magen so richtig. Daher weise ich an dieser Stelle nochmal auf eine solide Reiseapotheke (siehe Packliste) hin. Ich hatte Tiorfan, Loperamid, Perenterol und Omniflora dabei. Eigentlich hätte ich nach x-mal Brechen und Durchfall auch eine Infusion gebraucht, aber die hatten wir natürlich nicht griffbereit. Da es mir nach 24 Stunden Bettruhe und viel Trinken wieder besser ging, mussten wir uns nicht weiter kümmern. Andernfalls hätten wir zum Festland ins Krankenhaus nach Jerteh oder Kota Baru gemusst. Glücklicherweise war das dann nach 36 Stunden nicht mehr nötig.

Nach diesem Schreck und insgesamt fünf Nächten ging es für uns wieder weiter. Wir fuhren mittags mit dem Boot nach Kuala Besut, schlugen etwas Zeit im T-Café tot, nahmen dann ein Taxi nach Jerteh zum Busbahnhof und suchten dann ein klimatisiert Plätzchen (Pizza Hut und KFC), um auf unseren Bus um 22 Uhr zu warten. Mit etwas Verspätung fuhren wir dann 22:30 Uhr ab und kamen ca. halb 7 Uhr morgens in Mersing an. Dort setzen wir uns ins Kluang Rail Café in Hafennähe (weil alles andere noch geschlossen hatte) und nutzten das kostenlose WLAN des Hafengebäudes, um uns mit unserer nächsten Unterkunft auf Pulau Rawa in Verbindung zu setzen. Kurzfristig und bedingt durch die Wetterlage wurden wir dann schon vormittags statt mittags auf die Insel gebracht. Das war dann wohl die abenteuerlichste Bootsfahrt, die ich je hatte, denn der Wellengang war extrem hoch. Aber es ging alles gut und wir kamen nach einer halben Stunde auf Pulau Rawa an.

Mehr Fotos findest du in der folgenden Galerie:


Die Fortsetzung meines Malaysia-Reiseberichts findest du im Teil 4 (Pulau Rawa). Weitere Teile sind die Vorbereitungen, Teil 1 (Langkawi), Teil 2 (Cameron Highlands) und Teil 5 (Singapur). Meine Packliste für Malaysia findest du hier.

Ähnliche Beiträge:

Sharing is caring. Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar