Backpacking in Malaysia, Teil 5: Rückreise mit 24h in Singapur

Es folgt der fünfte und letzte Teil meines Malaysia-Reiseberichts, der sich um die Rückreise über Singapur und den kurzen Aufenthalt in dem Stadtstaat dreht. Hier kannst du zu den anderen Teilen meines Malaysia-Reiseberichts springen:


Von Pulau Rawa zum Festland ging es mit dem Boot nach Mersing. Von dort aus hatten wir schon im Voraus online Bustickets nach Singapur (mit Transnasional) gekauft. Es gibt auch andere Anbieter, sodass man sogar die Wahl bei der Uhrzeit hat. Wir tauschten unsere ausgedruckten Buchungsbestätigungen am Transnasional-Schalter gegen Tickets ein (2 Ringgit fürs Ausdrucken) und vertrieben uns abermals die Zeit in einem klimatisierten KFC.

Ausreise aus Malaysia, Einreise nach Singapur

Dann ging es mit dem Bus über Johor nach Singapur. Die Ein- und Ausreiseprozedur beginnt vor der Grenze an einem Terminal, wo alle aus dem Bus aussteigen (Hinweis des Busfahrers: „Only passport!“). Man fährt mit einer Rolltreppe in ein Terminal und muss dort an einem Schalter den Reisepass vorlegen. Danach nimmt man wieder Rolltreppe nach unten (wir mussten uns links halten) und steigt wieder in seinen Bus ein. Um sich die Suche zu erleichtern, sollte man vorher genau gucken, wie der Bus aussieht bzw. das Nummernschild merken oder abfotografieren, damit man ihn in der Menge der Reisebusse wiederfindet.

Danach fährt man noch einige Minuten bis zum Einreiseterminal. Oder man steht im Stau. Am Wochenende kann es einige Stunden dauern, bis man alles geschafft hat. Im Einreiseterminal von Singapur steigt man dann mitsamt seinem Gepäck aus. Dann werden zuerst alle Rucksäcke vom Zoll durchleuchtet. Danach reist man klassisch mit Reisepass und Fingerabdrücken an einem Schalter ein. Daraufhin wird das Gepäck nochmal durchleuchtet. Schließlich läuft man wieder aus dem Gebäude heraus und sucht wieder seinen Bus. Bei uns ging das alles recht schnell, weil wir auch nur noch ca. zehn Mann im Bus waren, die nach Singapur einreisen wollten. Nach kurzer Wartezeit, bis alle wieder da waren, fuhren wir nochmal ca. eine halbe Stunde bis ins nordöstliche Zentrum von Singapur. Die Busse von Transnacional halten in der Mall namens The Plaza nahe der Beach Road. Am besten informiert man sich vorher genau, wo der Bus hält, um entweder eine nahegelegene Unterkunft zu suchen oder auf die Weiterreise mit dem Taxi oder den öffentlichen Verkehrsmitteln vorbereitet zu sein.

Wohnen in der Arab Street

Zufällig hatte ich eine Unterkunft in der Nähe unserer Endhaltestelle in Singapur, nämlich im Kampong Glam (Kneipenviertel mit schönen kleinen Gässchen) gebucht. Wir wohnten in der Arab Street in The Shophouse für 75 Singapur-Dollar (ca. 46 Euro). Auch für diese Unterkunft hatte ich relativ lange recherchiert und mich aufgrund der guten Bewertungen entschieden. Insgesamt ist Singapur natürlich weitaus teurer als Malaysia, weshalb es mir ein bisschen wie die Suche nach dem geringsten Übel vorkam.

Die Unterkunft ist kein Highlight, aber okay. Unser Zimmer hatte kein Fenster und lag direkt neben dem Gemeinschaftsbad, das aus einer Toilette und zwei Duschräumen mit Toilette bestand. Es gab noch ein Waschbecken außerhalb dieser kleinen Kabinen. Alles war recht hellhörig. Wenn unsere Zimmernachbarn ihr Zimmer verließen, fielen wir fast aus dem Bett. Aber wenn man ausreichend erschöpft ist, stört einen das dann auch nicht wahnsinnig. Die Rooftop Bar über uns war sehr laut, aber mit Oropax konnten wir schlafen. Morgens gab es Toast, Marmelade, Kaffee, Tee und Cornflakes in der Rooftop Bar (im Zimmerpreis inbegriffen). Leider regnete es, weshalb es etwas eng zuging. Man sollte keine großen Erwartungen an den Service haben, denn es ist nun mal ein Hostel. Bei Sonnenschein ist es aber einigermaßen schön, wenn man keine hohen Ansprüche hat.

Hier kannst du bei Booking.com eine Unterkunft in Singapur suchen.

Essen im Stadtteil Kampong Glam

Wir waren nach unserer Ankunft abends bei einem libanesischen Restaurant essen, das ich allerdings nicht weiterempfehlen würde. Überall stehen Kellner auf den Straßen und versuchen ihre Tische zu füllen.

Da wir ausgehungert waren, ließen wir uns überreden, waren dann aber von dem schlechten Preis-Leistungsverhältnis negativ überrascht. Wir tranken jeder einen Shake und aßen zusammen zwei Vorspeisen mit Brot für 80 S$). Besser wäre gewesen, ein einfacheres Restaurant in den Nebenstraßen zu suchen und vorher die Preise unter die Lupe zu nehmen. Aber wir wollten ja mal nicht optimieren. Jedenfalls gibt es eine große Auswahl an Kneipen und Cafés, zum Teil mit sehr internationaler und touristischer, fast Hipster-Atmosphäre.

Am nächsten Tag hatten wir knapp 24 Stunden bis zu unserem Abflug nach Deutschland. Praktisch war deshalb, dass wir unser Gepäck bis 20 Uhr im Shophouse aufbewahren lassen konnten.

Wir kauften beim 7Eleven für je 10 S$ eine EZ-Link-Karte (5 S$ Guthaben sind enthalten), die wir für die U-Bahn und einen Aussichtspunkt The Pinnacle@Duxton brauchten.

Die U-Bahn funktioniert so, dass man die Karte auflädt und dann einfach durch die Schranken geht. Man hält dabei seine Karte an den Scanner und sieht in dem Zuge, wie viel Guthaben noch drauf ist. Man kann an den Automaten das Guthaben checken und aufladen. Am Ende kann man sich das Guthaben wieder auszahlen lassen (z. B. am Schalter am Changi Flughafen).

Aussicht für wenig Geld: The Pinnacle@Duxton

Vom Kampong Glam aus ist die nächste U-Bahn-Station die Station Bugis, von der aus wir zur Station Outram fuhren. Die EZ-Link-Karte luden wir vorher am Automaten nochmal auf, denn laut Stefan Loose braucht man 5 S$ Guthaben, um auf die Aussichtsplattform von The Pinnacle@Duxton zu kommen.

Angekommen an dem Gebäudekomplex (Haus G) gab es allerdings keinen Automaten mehr, sondern nur einen Schalter, der nach 15 Minuten dann auch wieder besetzt war. Dort bezahlten wir 6 S$ in bar. Die EZ-Karte brauchten wir allerdings, um die Tore zur Plattform (und auf dem Rückweg aus dem Gebäude heraus) zu öffnen. Ob das Guthaben auf der EZ-Karte nötig war, kann ich allerdings rückwirkend nicht sagen (ich glaube nicht). Die EZ-Karte hat aber auch noch die Vorteile, dass die einzelnen Fahrten mit der U-Bahn günstiger sind und sie fünf Jahre gültig ist.

Von The Pinnacle@Duxton hat man einen sehr guten 360-Grad-Ausblick, u. a. auf das Zentrum von Singapur sowie den Hafen. Allerdings sieht man nicht das Marina Bay Sands. Dafür ist die Aussicht aber sehr günstig und wenig besucht. Es gibt viele Sitz- und Liegegelegenheiten, allerdings darf man nicht essen oder trinken. Wir waren fast alleine auf der Aussichtsplattform und froh über diesen kleinen (Geheim-)Tipp aus dem Stefan Loose Reiseführer.

Vom The Pinnacle@Duxton aus fuhren wir als nächstes zum Marina Bay Sands Hotel (Station: Bayfront). Wir liefen einmal durch das Riesenhotel und dann durch die Gardens by the Bay. Der Eintritt dort ist kostenlos, solange man nicht in den Flower Dome und den Cloud Forest geht. Kostenlos kann man sich z. B. die Heritage Gardens und den Sun Pavilion ansehen. Auf dem Supertree genehmigten wir uns ein Getränk (man zahlt am Eingang 12 S$ für ein alkoholfreies Getränk, 18 S$ für ein alkoholisches Getränk) und hatten nochmal einen guten Blick auf das MBS.

Übrigens kann man am Flower Dome Gepäck einschließen. Es gibt sogar Schließfächer für große Trekkingrucksäcke, allerdings braucht man einen neuen 2-S$-Schein für den Automaten.

Natürlich sind die Gardens by the Bay sehr künstlich, aber die Grünanlage schafft einen schönen Kontrast du den Wolkenkratzern. Es ist vergleichsweise ruhig und still, was eine schöne Atempause von der Großstadt sein kann.

 

Danach fuhren wir zurück zur Bugis-Station, kauften noch ein paar Souvenirs in den Malls ringsherum und liefen zum Hotel. Dort sammelten wir unser Gepäck ein und fuhren in Richtung Flughafen. Wir wollten allerdings vorher noch etwas essen, ohne die (voraussichtlich) hohen Preise am Flughafen in Kauf nehmen zu müssen. Deshalb stiegen wir nochmal an der Station Paya Lebar aus und gingen in das Einkaufszentrum direkt neben der Station. Im Untergeschoss gibt es einen riesigen Food Court, der auch für Vegetarier eine gute Auswahl bietet.

Am Flughafen gaben wir die EZ-Karte zurück und ließen uns das Guthaben auszahlen. Außerdem tauschten wir unsere übriggebliebenen Ringgit aus Malaysia und die Singapur-Dollar gegen Euro ein (immerhin ohne Gebühren). Drei Stunden später ging unser 13-stündiger Flug nach Deutschland, auf dem wir erstaunlich gut schliefen. Schließlich hatten wir 14 km zu Fuß zurückgelegt. Somit endete unsere Malaysia-Reise.

Hier gibt es noch ein paar mehr Fotos von unserem kurzen Singapur-Aufenthalt:

Rückwirkend habe ich mir noch ein paar Tipps überlegt, um in Singapur Geld zu sparen:

  • kostenlose Museen (z. B. Kunstmuseum), Moscheen und Tempel besuchen
  • kostenlose Licht-Show am Marina Bay Sands (Zeiten)
  • The Pinnacle@Duxton statt Aussichtsplattform auf dem Marina Bay Sands besuchen
  • vorher überlegen, wie viel U-Bahn man fahren wird und entsprechendes (Vielfahrer-)Ticket kaufen
  • in Foodcourts bzw. halbüberdachten Hawker-Centern essen (an größeren U-Bahn-Stationen gibt es viel Auswahl)
  • außerhalb des Zentrums essen, z. B. an der Station Paya Lebar, wenn man auf dem Weg zum Flughafen ist
  • Stadtrundgänge nutzen (passte leider nicht in unsere Zeitplanung, aber es gibt kostenlose bzw. auf Spenden basierende Touren

Weitere Touren und Aktivitäten für Singapur findest du bei Getyourguide.


Dies war der letzte Teil meines Malaysia-Reiseberichts. Die übrigen Teile sind die folgenden: die Vorbereitungen, Teil 1 (Langkawi), Teil 2 (Cameron Highlands)Teil 3 (Perhentian Islands) und Teil 4 (Pulau Rawa). Meine Packliste für Malaysia findest du hier.

Ähnliche Beiträge:

Sharing is caring. Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar