Regen, Roller, Reiseimpfung – 15+1 Tipps für Thailand-Backpacker

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Thailand gilt als ideales Land für Backpacking-Einsteiger. Dafür gibt es viele Gründe: die gute Infrastruktur, das niedrige Preisniveau, die Englischkenntnisse der Bevölkerung, die Gastfreundlichkeit, die Vielfalt der Unternehmungen,

das zahlreiche Angebot an günstigen Übernachtungsmöglichkeiten, das leckere Essen, die herrlichen Strände, die günstigen Tauch-Optionen uvm.

Gerade weil Thailand so gut auf Reisende, insbesondere Backpacker, eingestellt ist, musst du dich nicht großartig auf die Reise vorbereiten. Es gibt aber ein paar Dinge, die dich beruhigen werden, wenn du sie schon vor deiner Reise nach Thailand erfährst. Zum Teil stehen sie in den gängigen Reiseführern. Manches habe ich erst vor Ort gelernt.

Hier sind 15 Tipps für Thailand-Backpacker:

1. Reisezeit

Das beste Wetter erwischst du von November (an der Westküste) bzw. Dezember (an der Ostküste) bis März / April. Das ist gleichzeitig die Hauptsaison. In der Nebensaison sind viele Orte weniger überlaufen. Dadurch sind Touren und Unterkünfte preiswerter bzw. nicht so schnell ausgebucht. Dafür fällt mehr Regen, zwar meist nur eine halbe Stunde, dafür schüttet es heftig.

Wenn in Deutschland Hochsommer herrscht, ist ein Thailand-Trip nicht unbedingt empfehlenswert, da dann der stärkste Regen fällt. Die Temperaturen sind ganzjährig hoch.

Ich war dieses Jahr von Mitte Februar bis Mitte März in Thailand und empfand diese Zeit als sehr angenehm: nicht zu voll und es fiel nur ein Mal Regen.

2. Route

Thailand ist nicht nur Koh Samui, Phuket und Bangkok. Es gibt wunderschöne Inseln abseits der Touristenströme. Eine ruhige Route, die ich jederzeit weiterempfehlen würde, habe ich hier im Blog beschrieben. Ich fing in Chiang Mai an, reiste dann über Koh Phayam nach Koh Jum und zurück nach Bangkok.

3. Visum

Du kannst ohne eine Visum 30 Tage im Land bleiben. Wenn du länger bleiben willst, musst du entweder zwischendurch mal aus- und wieder einreisen oder du beantragst vorher ein Touristenvisum. Hier erfährst du mehr dazu.

4. Impfungen

Es gibt verschiedene Meinungen über die notwendigen Impfungen für einen Thailandtrip. Uns hatte ein Tropenmediziner zu Typhus, Cholera, Tollwut und Hepatitis A & B geraten. Gegen Malaria hatten wir ein Standby-Mittel mit. Andere hören von ihrem Arzt, dass das nicht nötig ist.

Du solltest dich von deinem Hausarzt bzw. einem Tropenmediziner beraten lassen und danach gehen, ob du eher mehr oder weniger auf Nummer Sicher gehen willst. Hier gibt es einen Gastbeitrag zu diesem Thema mit Anmerkungen von mir.

5. Übernachtung

Du kannst dich kurzfristig in Gästehäusern und Hostels einquartierten. Irgendwas wirst du immer finden. Es kommt natürlich auf deine Ansprüche an. Du brauchst nicht alles vorher zu buchen, allerdings können die beliebten Hostels und Gästehäuser in der Hauptreisezeit belegt sein. Hier liest du, wie du eine Unterkunft in Chiang Mai findest.

Es kommt darauf an, wie viel Zeit du dir für die Suche nehmen willst, wenn du mit Gepäck in einer neuen Stadt ankommst.

Ich habe für meinen Trip kurzfristig von unterwegs aus online (meist über booking.com) gebucht. Mancher ist aber lieber spontan und sucht sich vor Ort etwas. Hier ein kleiner Einblick in eine kurzfristig gebuchte Hütte im Junge Hill.

hütte auf koh jum

6. Touren

Es gibt an jeder Ecke „Reisebüros“, um Touren oder den Transfer zum (Flug-) Hafen zu buchen. Günstige Touren und Angebote wie Klettergärten & Co. sind aber meist Massenabfertigung.

Es lohnt sich daher vorher online z. B. bei Tripadvisor ein paar Bewertungen zu lesen und nach Ökotourismus-Anbietern Ausschau zu halten. Sie bieten oft Ausflüge mit kleineren Gruppen an, bei denen man z. B. bei „echten“ Ureinwohner-Familien übernachtet und nichts anderes hinterlässt als Fußabdrücke.

In Chiang Mai haben wir mit Pooh Eco Tours gute Erfahrungen gemacht. Mehr dazu in diesem Artikel.

Wenn du möchtest, kannst du im Voraus Touren bei getyourguide buchen.

7. Elefantencamps und Tigerparks

Falls du dir ein Elefantencamp angucken willst, solltest du dich vorher ausführlich informieren. In vielen Camps werden die Elefanten nicht gut behandelt und einfach nur ausgebeutet.

Andere Camps sind Auffangstationen und haben Angebote für kleine Gruppen, bei denen man die Tiere füttert, badet und in Ruhe lässt. Sie sind aber meist auch deutlich teurer als die konventionellen Camps.

Ich hatte nach stundenlanger Recherche einen guten Anbieter gefunden (der auch kein Elefantenreiten anbietet), der aber ausgebucht war. Deshalb habe ich letztendlich kein anderes Camp besucht.

Das gleiche gilt für Tigerparks: wenn du damit leben kannst, dass die Tiger mit Medikamenten ruhiggestellt werden, okay. Wenn du wie ich Skrupel hast, lass es.

8. Bangkok

Sicher landest du zunächst in Bangkok und fragst dich, ob du dort ein paar Tage bleiben solltest oder nicht und wenn ja, ob am Anfang oder am Ende. Ich mag Bangkok nicht sonderlich, aber es ist wie mit vielen Großstädten: entweder man liebt sie oder man hasst sie.

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht direkt nach Chiang Mai weiterzufliegen. Dort ist es kühler und ich konnte mich akklimatisieren.

Allerdings überschattete Bangkok am Ende der Reise auch ein bisschen die übrigen Erlebnisse. Jedenfalls tickt Bangkok ganz anders als der Rest des Landes. Darauf solltest du vorbereitet sein. Hier gibt’s mehr dazu.

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9. Roller fahren

Du kannst sehr günstig Roller ausleihen. Gerade die umliegenden Regionen von Chiang Mai kann man so wunderbar erkunden. Empfehlenswert ist z. B. eine Motorradroute in Thailands Norden namens Mae Hong Son Loop.

Einen internationalen (Moped-) Führerschein will in der Regel keiner sehen. Theoretisch bräuchtest du ihn bei einer Polizeikontrolle, aber in der Praxis passiert das nicht. Reiseführer raten allerdings davon ab in Thailand das erste Mal im Leben auf ein Moped zu steigen, da das in Sachen Verkehr nicht ganz ungefährlich ist.

Achtung: Scheinbar wird mittlerweile doch häufiger kontrolliert. Lest dazu unbedingt Mikes Kommentar weiter unten!

10. Mücken

Thailand gilt als malariafrei. Laut einem Tropenmediziner besteht auch kein Gelbfieberrisiko (Stand Februar 2015). Allerdings gibt es ein gewisses Denguefieber-Risiko durch Tigermücken. Sie stechen auch tagsüber und übertragen ein Virus, gegen das es bisher weder eine Medizin noch eine Impfung gibt.

Eine Freundin von mir hat sich letztes Jahr in Mexiko damit infiziert. Da eine zweite Infektion tödlich verlaufen kann, sind Urlaube in tropischen Regionen für sie jetzt tabu.

Also: schmieren, schmieren, schmieren! Gute Erfahrungen habe ich mit Nobite gemacht. Es gibt auch einen Spray für die Klamotten, denn die Mücken stechen auch durch die Sachen durch.

11. Geld abheben

In Thailand wird mit Baht bezahlt. Hier kannst du den aktuellen Wechselkurs checken. Am einfachsten ist es, wenn du dir eine Kreditkarte besorgst, mit der du im Ausland kostenlos Geld abheben kannst. Hier erfährst du mehr darüber.

Geldautomaten gibt es meist an jeder Ecke. Lediglich ein paar noch nicht sehr entwickelte Inseln, z. B. Koh Jum,  haben keine Geldautomaten (vorher informieren!). Entweder du nimmst genügend Bargeld mit oder findest einen Touranbieter, der dir etwas von deiner Kreditkarte auszahlen kann (gibt es manchmal gegen eine geringe Gebühr).

12. Handeln

In jedem Reiseführer steht, dass man handeln soll. Gerade auf Märkten ist der erstgenannte Preis nicht mehr als eine grobe Orientierung. Allerdings sollte man auch nicht zu geizig werden. Behalte im Auge, dass dein Gegenüber wahrscheinlich eine ganze Großfamilie durchfüttert und dir ein Euro mehr oder weniger sicher nicht wehtut.

13. Trinkgeld

Wie in jeden Land solltest du die Rechnung in einem Café oder Restaurant immer prüfen. Wenn du zufrieden warst, kannst du ein paar Baht Trinkgeld (10 oder 20 Baht) hinterlassen. (Man rundet nicht auf und sagt: „Stimmt so!“) Garküchen und Straßenrestaurants erwarten kein Trinkgeld.

Wenn du mit der Kreditkarte zahlst, solltest du etwas Kleingeld bereithalten, das du hinterlässt. Im Taxi fährt man nach Taxameter (darauf bestehen!) und rundet auf die vollen 10 Baht auf. Mehr als 20 Baht sind im Taxi eher unüblich. Details zum Thema Trinkgeld hier.

14. Waschen

Nimm nicht so viele Klamotten mit, denn du kannst sehr günstig waschen. Je nach Lage und Region schwankt der Preis, aber meist liegst du unter 2 Euro pro Kilogramm. Die Wäsche wird aber nicht immer ganz sauber, aber es tut seinen Zweck. Weiße Sachen würde ich eher nicht mitnehmen, denn wie überall, wo mit kaltem Wasser gewaschen wird, werden weiße Sachen irgendwann grau.

15. Magen-Darm-Probleme

Die meisten Thailand-Urlauber erwischt es auf ihrer Reise: Bauchkrämpfe, Durchfall, Erbrechen. Allein deshalb würde ich nicht zu kurz nach Thailand reisen, denn ein paar Tage können so schon verloren gehen.

Vorbeugen kannst du, indem du ausschließlich Flaschenwasser trinkst, Eiswürfel vermeidest (v. a. crushed ice, dessen Herkunft unklar ist) und mit Flaschenwasser Zähne putzt. Es gilt: „Cook it, peel it or leave it.“ Also: Gemüse entweder gekocht, geschält oder gar nicht essen.

Auch mit Obst vorsichtig sein. Auch mit Wassermelone, die den ganzen Tag in einer Auslage auf Käufer gewartet hat, kannst du Pech haben.

15 +1. Gepäck

Wie auf jeder Reise würde ich das Gepäck so klein wie möglich halten. Auf Inlandsflügen, die du vielleicht von unterwegs kurzfristig für wenig Geld buchst, zählt jedes Gramm. Meist sind 15 Kilogramm inklusive. Wenn du mehr Gepäck hast, zahlst du extra. Das ist von Airline zu Airline unterschiedlich.

Daher spare lieber an Gepäck, wasche vor Ort und ziehe schwere Sachen an. Die Dinge, die du in Thailand auf jeden Fall brauchen wirst, sind aus meiner Sicht: leichte Klamotten, Badesachen, Sonnenbrille, Sonnencreme, Mückenschutz, Oropax, ein schnelltrocknendes Reisehandtuch, Flip Flops oder Sandalen. Mehr Dinge zur Inspiration findest du auf meiner Thailand Packliste.

Die acht Gegenstände, die ich auf Reisen täglich verwende, habe ich hier zusammengefasst. Für Frauen habe ich 30 nützliche Reise-Gadgets in diesem Artikel gesammelt.

Ich wünsche dir eine gute Reise! Mehr gute Tipps findest du auf 101 Places.

Hast du weitere Dinge, die Thailand-Backpacker wissen sollten? Dann schreib doch einfach einen Kommentar unter diesen Artikel!

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3 Gedanken zu “Regen, Roller, Reiseimpfung – 15+1 Tipps für Thailand-Backpacker”

  1. Hallo Jasmin,

    schöne Zusammenstellung. wie nett, dass du auf Koh Jum auch in Jungle Hill übernachtet hast. Ist Taengs Schwester mittlerweile mit dem Japaner verheiratet?

    Ich möchte noch etwas ergänzen. Meist kommt man ja mit Englisch gut durch in Thailand. Wenn man aber, so wie du auch, gerne die Touristenpfade verlässt, ist es geschickt ein paar Brocken Thai sprechen zu können. Das öffnet dann auch Türen zu den Herzen der Thais und man hat tolle Begegnungen.
    Der Thai-Crashkurs von Kilian Kempter ist da eine gute Möglichkeit mit wenig Aufwand die wichtigsten -Sätze und Begriffe in Thai zu lernen. http://www.thailaendisch-fuer-reisende.de/

    Viele Grüße aus Mae Sai, der nördlichsten Stadt Thailands
    Stefan

  2. Dein Hinweis, dass in Chiang Mai beim Scooter fahren kein Führerschein nötig ist können wir so nicht bestätigen. Wir wurden auf der Hauptstraße von der Polizei gezielt (vermutlich trifft das vor allem Toursten) herausgeholt und kontrolliert. Wir hatten zum Glück einen Helm auf und zumindest einen Motorradführerschein. Den verlangten internationalen Führerschein hatten wir allerdings nicht, was uns etwa 12 Euro Strafe gekostet hat. Ohne Helm und regulärem Führerschein wäre es etwas teurer geworden. Wir hatten in den nächten Tagen übrigens noch weitere Polizeikontrollen beobachtet.
    Vorsicht auch vor Polizisten auf Scootern, die an unüberichtlichen Kreuzungen etc. geschickt hinter Ecken oder großen Schildern versteckt stehen. Sie warten geduldig, bis du was falsch machst, stoppen dich um von dir ein paar hundert Bath Strafe zu verlangen. Also immer korrekt fahren ;-)

    • Danke, Mike, für den Hinweis. Solche Dinge können sich natürlich auch im Laufe der Zeit verändern. Scheinbar hat die Polizei solche Vergehen als Geldquelle entdeckt. Ich werde dazu oben noch einen Hinweis einfügen. Danke dir und stets gute Reise!

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